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The Angels' Share The Angels' Share

Angels’ Share

Der

Ein Begriff, den man öfters in Whisky-Destillerien hört, ist „Angels’ Share“, zu Deutsch etwa Engelsanteil oder Schluck für die Engel. Während der Whisky langsam in seinem Fass reift, verdunstet eine kleine Menge Whisky durch das Holz in die Atmosphäre. Jedes Jahr verlassen etwa 2 % der Flüssigkeit das Fass auf diese Weise und uns kam irgendwann in den Sinn, dies als eine Schenkung an den Himmel zu betrachten. Indem wir den Engeln ihren Anteil geben, stellen wir sicher, dass der Whisky der beste ist, den es geben kann, wenn er in Flaschen abgefüllt wird. Warum es zu dieser Verdunstung kommt und wie wir damit umgehen können, ist nur eine der komplexen Aufgaben, denen sich unser Master Distiller stellen muss.

WARUM KOMMT ES ZU DIESER VERDUNSTUNG?

Es gibt zahlreiche Faktoren, von denen abhängt, wie viel Whisky an die Engel verloren geht. Hier einige Beispiele.

DAS ALTER DES BRANNTWEINS

Im Allgemeinen neigt Branntwein dazu, schneller zu verdunsten, wenn er jung ist, und langsamer zu verdunsten, sobald er älter wird. Gleich zu Beginn der Lagerung des Whiskys im Fass beträgt der „Angels’ Share“ etwa zwischen 3,5 % und 4 % pro Jahr. Mit zunehmendem Alter verdunstet der Whisky weiter – damit wird er nie aufhören –, aber mit erheblich geringerer Intensität. Am Ende der Reifezeit kann ein 20-jähriger Branntwein 40 % seines Volumens verloren haben.

DIE GRÖSSE DES FASSES

Hier geht es um die Berührung zwischen Flüssigkeit und Holz. Bei Whiskys in kleineren Fässern kommt es zu einer stärkeren Verdunstung, da hier relativ viel Flüssigkeit Holz berührt. Nach unserer Erfahrung können Fässer, die weniger als 50 Liter fassen, bemerkenswerte Verluste aufweisen, was auch zu einer schnelleren Reifung führt.

DAS VORHERRSCHENDE KLIMA

Ein wirklich gutes Beispiel für den Einfluss des Klimas auf die Verdunstung sind die Bourbon-Lagergebäude in Kentucky, einem Bundesstaat im Südosten der USA. Während des Sommers in Kentucky können in der obere Etage eines Lagergebäudes Temperaturen von 50 °C bis 60 °C erreicht werden, während auf der unteren Etage vielleicht nur 20 °C herrschen. Das macht einen großen Unterschied bei der Geschwindigkeit der Reifung und Verdunstung; die Fässer auf den wärmeren Etagen verlieren sehr schnell Flüssigkeit. Kentucky ist zudem humid, was dazu führt, dass zuerst Wasser (und nicht Alkohol) das Fass verlässt. Dies stärkt den Branntwein. Das steht im Gegensatz zu dem, was hier in unserem maritim geprägten Klima der Speyside passiert, wo der Alkohol den Branntwein zuerst verlässt.

DIE ART DER LAGERUNG

Eine Einflussgröße ist der Luftstrom. In größeren Lagern werden Fässer oft auf Regalen oder Paletten gelagert, d. h. sie befinden sich etwas über dem Boden. Luft zirkuliert um die Fässer, sodass die Verdunstung verstärkt wird. Bei The Glenlivet haben wir ein traditionelles Lagergebäude mit Stauholz, einem Kiesboden und nur einer geringen Anzahl von Fässern. Dies wirkt sich positiv auf die Verdunstung aus. Nun haben Sie einige Faktoren kennengelernt, die Einfluss auf den „Angels’ Share“ haben. Er bedarf fortlaufender, sorgfältiger Überwachung durch die Fachleute in unserer Destillerie.

The Glenlivet 12

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